Bezirksstellen

Bezirkstellen der Ärztekammer Nordrhein

Im Kammerbezirk Nordrhein gibt es 27 Kreis- und 8 Bezirksstellen. Die Bezirksstellen setzen sich aus den gewählten Mitgliedern der Kammerversammlung bestimmter Städte oder Kreise zusammen. Zwischen 3 bis 5 Kreisstellen bilden in der Regel eine Bezirksstelle. Im Gegensatz zu den Kreisstellen, werden die Bezirksstellenmitglieder nicht durch alle wahlberechtigten Mitglieder der Ärztekammer, sondern durch die bereits gewählten Kammerversammlungsmitglieder gewählt.

Traditionell wählen (während einer Pause in der ersten konstituierenden Sitzung der Kammerversammlung) die entsprechenden Kammerversammlungsmitglieder aus ihrem Kreis einen Vorsitzenden, einen stellvertretenden Vorsitzenden und weitere Mitglieder bzw. weitere Beauftragte. Die Anzahl der Mitglieder kann hierbei frei bestimmt werden, allerdings müssen sie proportional ihrer Fraktionsstärke vertreten sein.

Beispiel:

Der Bezirksstelle Ruhr gehören die gewählten Kammerversammlungsmitglieder aus Essen, Mülheim und Oberhausen an. Diese müssen nicht gleichzeitig Mitglieder der entsprechenden Kreisstellen sein. Das sind sie nämlich dann nicht, wenn sie für diese entweder nicht kandidiert haben oder nicht gewählt wurden. Dem Bezirk Ruhr gehören 16 Kammerversammlungsmitglieder an: 7 Mitglieder des Marburger Bundes, 6 Mitglieder der Fraktion Ärztebündnis Nordrhein und 3 Mitglieder der Fraktion VoxMed.

Wahl 2014 der Bezirksstelle Ruhr: Der noch amtierende Vorsitzende Dr. Hans-Uwe Feldmann war am Tag der konstituierenden Kammerversammlung leider verhindert und somit wurde die Wahl der Bezirksstelle auf den 22. September 2014 verschoben. Sich auf die Anzahl der Mitglieder zu einigen, gestaltete sich anfangs etwas schwierig, aber schließlich einigte man sich auf 7 Mitglieder:

  • Dr. Peter Kaup (Ärztebündnis Nordrhein)
  • Dr. Ralph-Detlef Köhn (Ärztebündnis Nordrhein)
  • Dr. Ludger Wollring (Ärztebündnis Nordrhein)
  • PD. Dr. Simon Schäfer (VoxMed)
  • PD. Dr. Hansjörg Heep (Marburger Bund)
  • Dr. Friedrich-Wilhelm Hülskamp (Marburger Bund) †
  • Dr. Ursula Stalmann (Marburger Bund)

Verschiedene Vorschläge zur Wahl des Vorsitzenden endeten ebenfalls unentschieden, so dass schließlich nach mehreren Wahlgängen und Vorschlägen Herr Dr. Peter Kaup aus Oberhausen (Ärztebündnis Nordrhein) zum neuen Vorsitzenden und Herrn PD Dr. Simon Schäfer aus Essen (VoxMed) zu seinem Stellvertreter gewählt wurden. Da Herr PD Dr. Simon Schäfer in 2016 nach München wechselte und somit auch ein anderen Kammer angehört, wurde in einer Nachwahl Herr Dr. Friedrich-Wilhelm Hülskamp † (Marburger Bund) sein Nachfolger.

Nachwahl 2016:

Nachdem Herr PD Dr. Schäfer und Herr PD Dr. Hansjörg Heep (beide durch Dienstortwechsel) ausschieden, erfolgte im April 2016 eine Nachwahl. Als Nachfolger wurden vorgeschlagen und gewählt:

  • Dr. Clemens Bremkes (Marburger Bund)
  • Dr. Helga Eitzenberger-Wollring (Ärztebündnis Nordrhein)

 

Vorsitzender der Bezirksstelle Ruhr 2014 bis 2019

Dr. Peter Kaup
Vorsitzender der Bezirksstelle Ruhr
2014 bis 2019

Welche Funktion haben die Bezirksstellen?

Böse Zungen behaupten “gar keine” und plädieren seit Jahren für deren Abschaffung. Tatsächlich ist dies unterschiedlich zu bewerten. Es gab und gibt Bezirksstellen, die so gut wie nie tagen und auch nichts bewirken. Hier stellt sich in der Tat die Frage, ob man sie nicht besser abschaffen sollte. Warum macht man es nicht? Die Antwort ist so einfach wie pragmatisch zu sehen: der Vorsitzende erhält ein festes monatliches Salär, egal wie oft er tagt und was er tut. “Honi soit qui mal y pense” meint eine französische Redewendung hierzu. (Übers.: „Beschämt sei, wer schlecht darüber denkt“).

Es gibt aber durchaus Bezirksstellen, die sehr produktiv und sinnvoll gearbeitet haben und es immer noch tun.

Die Bezirksstelle Ruhr hat bespielsweise 2010 u.a. den Hausärztlichen Weiterbildungsverbund Ruhr gegründet. Mit ihm will man die Zahl der Allgemeinmediziner über eine strukturierte und für angehende Ärzte interessante Weiterbildung deutlich steigern. Hier bemühen sich niedergelassene und Klinikärzte aus Essen, Mülheim und Oberhausen in diesem gemeinsamen Weiterbildungsverbund erfolgreich dem Hausärztemangel entgegen zu steuern.

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22. März 2010: Feierliche Urkundenübergabe für den Hausärztlichen Weiterbildungsverbund Ruhr
v. l. n. r.: Dr. Ludger Wollring, Kreisstellenvorsitzender Essen, Dr. Robert Schäfer, Geschäftsführender Arzt der Ärztekammer Nordrhein, Dr. Peter Kaup, Kreisstellenvorsitzender Oberhausen, Uwe Brock, Kreisstellenvorsitzender Mülheim, Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Ärztekammer Nordrhein und der Bundesärztekammer, Dipl.-Volkswirt Karl-Dieter Menzel, Leiter der Weiterbildungsabteilung der Ärztekammer Nordrhein. (Die angegebenen Funktionen beziehen sich auf den Zeitpunkt der Aufnahme 2010.) Foto: Erdogan-Griese

Auch hat die Bezirksstelle Ruhr ihre orginäre Aufgabe der Kreisstellenkoordinierung (hier: Essen-Mülheim-Oberhausen) erfolgreich umgesetzt.

In Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Rohde und Frau Dr. Aden hat diese Bezirkstelle massiv Werbung für die MFA-Ausbildung an den verschiedenen Schulen betrieben, um dem Mangel an ausbildungswilligen Bewerberinnen entgegen zu wirken. Auch diese Tätigkeit war mit Erfolg gekrönt.

Erstmals wurde auch die Fortbildung des Weiterbildungsverbundes Ruhr zwischen den Kreisstellen koordiniert und sie hat auch seinerzeit, als die Entscheidung zum §116 SGBV (Öffnung der Klinikambulanzen) fiel, die aufkommenden innerärztlichen Probleme ebenfalls erfolgreich gelöst.

Richtig ist aber auch, dass in den Jahren vor der erstmaligen Leitung durch einen niedergelassenen Kollegen (Dr. Feldmann) außer der konstituierenden Sitzung wenig passierte.

An diesem Beispiel kann man sehen, dass Bezirksstellen auch konstruktiv arbeiten und durchaus nützlich sein können. Es hängt, wie immer im Leben, nicht von der Institution als solcher ab, sondern von den Menschen, die diese beleben.